Bildergalerie und Beschreibung vom Kornmähen

Füße weg sonst sind sie ab". Schwungvoll wird mit der Sichte ausge holt, und mit einem Schnitt ist ein ganzer Ballen Roggen zu Boden gefallen.Die Zu- schauer staunen und rücken noch ein wenig näher, denn viele haben noch nie zuvor gesehen, wie vor hundert Jahren das Korn gemäht wurde Den Umgang mit Sense, Sichel oder einer unserer vielen altertümlichen Maschinen, demonstrieren wir einmal im Jahr einer ganzen Schaar von Urlaubern und Anwohnern. Eigentlich wollten wir unseren Kinder nur damals erzählen, wie es früher in der Land- wirtschaft zuging, dabei kam irgend jemand aus unserer Bauerschaft auf die spontane Idee, den jungen Leuten im Ort einmal zu zeigen, wie früher das Korn gemäht und ver- arbeitet wurde.

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Gleich beim ersten Mal im Jahre 1988 wurde daraus ein kleines Volksfest.Mit Hilfe der örtlichen Presse gelang die Nachricht, daß in unserem idyllischen Örtchen zwischen Oldenburg und Leer noch mit alten Erntemethoden gearbeitet wird, sogar bis Hannover. Nachdem das Fest in den vergangenen Jahren großen Anklang gefunden hat, rechnen wir auch in diesem Jahr wieder mit mehreren tausend Besuchern.

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Erntezeit. das war noch bis in dieses Jahrhundert hinein keineswegs die in vielen Liedern besungene schönste Zeit des Jahres. Als es noch keine Traktoren und Mähdrescher gab, brach damit für die Männer die schweißtreibende Arbeit mit Sichte und Bicke an. Mühsam, Schlag um Schlag, mähten sie damit das ährenschwere Korn. Die Frauen mit ihren großen "Flutterhüten" gingen hinterher, banden das Korn zu Gaben und "hockten" es zu Hocken zusammen.

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Nach der harten Arbeit setzen sich alle Helfer an einer der zusammengestellten Hocken zum "vespern" zusammen. Alle stärken sich mit kräftigen Butterbroten Stuten mit Butter und Tee. Übrigens, auch für unsere Besucher halten wir Roggenstuten mit Butter bereit, denn eine Erfahrung aus den vergangenen Jahren zeigt, auch Zugucken macht hungrig.

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Beim Mähen brachte erst eine Balkenmähmaschine, die von einem Pferd gezogen wurde, spürbare Erleichterung. Beim Kornmähen mit unserer um 1920 gebauten Maschine werden die Gaben aber noch mit einer hölzernen Gabel einzeln abgelegt.

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Da war es schon ein Fortschritt, als die ersten Selbstbinder aufkamen. Unsere, von einem Traktor angetriebene Maschine ( Bautz) kam kurz nach dem 2. Weltkrieg auf dem Markt und sparte gleich mehrere Arbeitskräfte ein. Zwei Mann reichten aus, um sie in Gang zu halten.

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Nach dem Selbstbinder kamen die ersten gezogenen Mähdrescher auf dem Markt, gefolgt von dem ersten selbstfahrenden Mähdrescher. Auch diese beiden Maschinen der Firma Claas können sie bei uns in Aktion bestaunen!

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Im Rhythmus mit dem Flegel auf das Korn eindreschen und nicht durcheinanderkommen, das will gelernt sein. Mit dem Flegel fängt unsere Demonstration sämtlicher Dresch generationen an. Seit einigen Jahren haben wir in unseren Verein, genau wie unser Partnerverein aus Belgien,de Lichtaartse Kloppers, eine Flegelgruppe, in der wir mit bis zu 15 Personen im Takt dreschen.

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Das Getreidedreschen mit dem Flegel war stets mit hohem Zeit- und Lohnkostenaufwand verbunden. Seit dem 17. Jahrhundert gab es zahlreiche Versuche, diese Arbeit zu mechanisieren. Versuche, die Antriebstechnik von Mühlen zu verwenden, erwiesen sich dabei als zu teuer. Mit erfolg wurde dagegen seit ca 1750 in den Niederlanden, in Ostfriesland, dem Jeverland und und benachbarten Regionen solche Dreschkegel eingesetzt. Diese Technik war im gesamten Mittelmeerbereich bereits seit Jahrtausenden bekannt. Die Arbeitstechnik des dreschens oder "Ausdrückens" zeigen wir beim Kornmähen mit unserem original Nachbau einer Dreschwalze. Hierbei handelt es sich vermutlich um die einzige funktionsfähige Dreschwalze Deutschlands. Diese maschine ersetzte die Arbeit mehrerer Flegeldrescher. Für die Tagelöhner Ostfrieslands bedeutete dies eine erhebliche Einschränkung ihrer Arbeitsmöglichkeiten, die bei den betroffenen Familien zu Armut und Hunger führte und soziale Konflikte nach sich zog. Noch im Revolutionsjahr 1848 wurde das Verbot solcher maschinen gefordert. Von Dampfmaschinen und Dieselmotoren angetriebene Dreschmaschinen ersetzten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diese Technik.

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Da hatten es spätere Generationen schon leichter, die in den 40er Jahren mit dem Spitzdrescher das Korn bearbeiten konnten. Bei unseren traditionellen Vorführungen kommen gleich mehrere Varianten zur Anwendung. Eines der ältesten Antriebsvarianten ist unser Göpel, der von einem Pferd bewegt wird. Aber auch andere Dreschgenerationen, wie die Dreschhexe, mehrere Breitdrescher bis hin zum Lohndrescher kommen bei uns zum Einsatz. Angetrieben werden diese von Diesel, Elektromotoren und verschiedenen Traktoren.

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DieRevolution auf dem Acker und dem Feld waren in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts die Traktoren. Deshalb gibt es auf unsere Veranstaltung jedes Jahr eine Oldtimer-Show, an der sich im letzten Jahr an die Hundert Traktoren beteiligten. Lanz, Deutz, Cramer, Algeier usw. sämtliche Marken fahren im Korso über unser Stoppelfeld.

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Nach der Ernte wartet in " Gerd sien Schüür" ein richtiges "Danz op de Deel" auf unsere Gäste. Genau wie früher wird nach getaner Arbeit noch einmal bei Livemusik zünftig das Tanzbein geschwungen.

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